Die historische Geschichte der Pienzenauer

Wappenbild
Wikipedia/Sandro


Gens Penzenauw


Grabdenkmal in der Glonner Pfarrkirche
Pienzenau bedeutet als Ortsname soviel wie Au eines Pienzo oder Penzo. Sprachwissenschaftlich ist "Pienzo" eine zeitlich jüngere Form zu "Penzo". Erster Sproß und Namensgeber des Geschlechts war Ritter Benz von Au (bei Ulm), geboren um 890/900 nach Chr. Dieser erhielt zur Belohnung für seine treuen Dienste an seinem Herrn ein Gut, dass er nach seinem Namen nannte: Benzenau. Er gestaltete auch das Wappen der Pienzenauer. Auf dem Wappen zu sehen ist : Ein silbernes Wappenschild mit schrägem schwarzem Balken, in dem drei goldene Kugeln eingelassen sind, darüber die Freiherrnkrone mit drei Eichenblätter und im Crest den Rumpf eines Mannes in weißer Kleidung mit einem schwarzen Kragen, auf dem Kopf einen weisen Hut mit einem schwarzen Stulp, dekoriert mit zwei Straußenfedern an jeder Seite in den Farben schwarz und weiss.
Der nächste bekannt Sproß aus dem Geschlecht der Pienzenauer zu Pienzenau in Oberbayern war "Ratols de Pienzenowa", der 1046 als Zeuge in einer Urkunde des Udalschalk von Tann an das Kloster Tegernsee genannt wird. Die Burg der Pienzenauer stand südwestlich von Großpienzenau, am Hangabfall zum Mangfalltal. Sie wurde abgetragen, um mit deren Steinen die Kirche in Kleinpienzenau zu errichten. Die erste schriftliche Nachricht dieser Kirche stammt aus dem Jahr 1113. Darüber hinaus nahmen sie Ehrenstellungen ein, sie erhielten viele Privilegien und hatten großen Einfluss. Ihr Machtbereich wuchs ständig und dehnte sich bald im ganzen ehemaligen Faganagebiet, also im Raum zwischen Isar und Inn aus und im Gebiet um Ebersberg. So verlieh der Abt von Ebersberg im Jahre 1343 den Brüdern Ulrich, Friedrich, Otto und Stephan von Pienzenau einen Hof zu "Bruckberg" (Wildenholzen) als Leibgeding.
Laut dem mittelalterlichen „Manuscript“ des Minnesängers Valentin Salomon von Fulda sollen die Anfänge des Geschlechts in der Mitte des 10. Jahrhunderts liegen, in der Zeit um die Schlacht am Lechfeld im Jahre 955: „Benz war ein tapferer Kriegsmann. Indessen aber er dem großen Kriegszug wider die Ungläubigen (Lechfeld 955) unter Kaiser Heinrich dem Vogler und Hermann Herzog der Schwaben beywohnte, verheirathete sich sein Bruder Werner mit einer von Pirzinger und hielt zu Hause gute Wirtschaft. Als nun sein Bruder Benz nach Haus kam und die Wirtschaft in so gutem Stande fand, gefiel es ihm dergestalten, daß er gedachte, mit seinem Bruder auf dem adelich Gute in der Au (Wernau bei Ulm) gemeinschaftlich zu leben. Alleine Rangstreit entzweyte sie gar bald; wo dann der jüngere Bruder Werner dem älteren dem Benzen den Vorschlag machte, ihm seinen Antheil hinauszubezahlen, so auch dieser sich gefallen ließ und darauf an den Hof Heinrichs Herzogens in Baiern und Nordgau zog, von welchem er ein Gut (Pienzenau/Landkreis Miesbach) zur Belohnung seiner teuren Dienste erhalten, das er dann erbaut, und nach seinem namen Benzenau genannt."
Es spricht einiges dafür, dass sich Pienzenau von einem Penzo aus dem Geschlecht der Penz von Penzing bei Wasserburg am Inn ableitet. Dieser Penzo tauschte um 1000 nach Christus ein paar Güter in der Nähe von Landshut mit Gütern in der Pfarrei Au bei Aibling. Diese Güter übergab im 14. Jahrhundert Christian von Pienzenau, „der auf dem alten Stammgute in Pienzenau sitzt“, für die Pienzenauer Frühmesse zu Benediktbeuern. Somit dürfte der Penzo von Au (bei Aibling) wohl der Stammvater der Pienzenauer sein.
Um das Jahr 1350 schloss Otto von Pienzenau mit einer Gräfin von Preysing die Ehe, und somit kam das Schloss Zinneberg in den Besitz der Pienzenauer. Im Jahre 1381 wurde die Festung Wildholzen von den Herzögen Stephan, Friedrich und Johannes den Herren von Pienzenau übereignet. Der neue Sitz verdrängte dann bald den alten Familiensitz "Pienzenova" und entwickelte sich schnell zur Hauptburg. Hiermit war die Macht der Pienzenauer endgültig in den Ebersberger Raum verlagert. Nach Wiguläus Hundt (1585/86) wechselte das Schloss Zinneberg mehrmals innerhalb der Familie der Pienzenauer, weil die jeweiligen Besitzer entweder kinderlos blieben oder keine männlichen Nachkommen hatten. Zur Zeit Hanns Kaspars (1570) hatte die Macht der Pienzenauer in der Region Ebersberg ihren Höhepunkt erreicht. Er besaß Schloss Zinneberg, Hofmark und Schloss Wildenholzen und die Hofmark Glonn. Insgesamt waren zu dieser Zeit fünf Schlösser und vierzehn Hofmarken im Besitz der Pienzenauer.
Mit dem Tode von Hanns Warmundt am 7. Sept. 1596 ist die Herrschaft dieses Geschlechtes auf Zinneberg beendet. In der Pfarrkirche in Glonn findet sich neben dem linken Seitenaltar ein Gedenkstein aus Marmor mit dem Wappen der Pienzenauer und dem Wappen der Laiminger eingemeißelt. Unter dem Kreuz knien die beiden Stifter, links Warmundt von Pienzenau und auf der rechten Seite seine Ehefrau Anna von Pienzenau, geborene Münchin. Darunter folgende Inschrift: „Den 7. September Anno 1596 starb der der Edl und Vest Hanns Warmunndt vo Pientzenau zu Zinneberg Frstl. Dr. In Bairn gewester Truchseß. Den - - Anno - - (das Datum wurde nie eingefügt) starb die Edl Ehrn Tugenthafft Frau Anna von Pientzenau zu Zinenberg geborene Münchin sein Eheliche hausfrau denen got genedig und Barmhertzig sei und ain freliche aufersteung verleich well.


Urkunde der Besitzer Zinnenbergs




Hans v. Pienzenau gegen Maximilian 1. v. Habsburg

Maximilian I
Maximilian I. v. Habsburg, Albrecht Dürer 1519


Maximilian I. von Habsburg-Österreich, damals römisch-deutscher König und Landesfürst von Tirol, hatte Erbstreitigkeiten innerhalb der weit verzweigten Familie der Wittelsbacher benutzt, um für seine Parteinahme zugunsten der in München residierenden oberbayerischen Linie und gegen die Pfälzer Wittelsbacher eine Entschädigung zu verlangen. Er dachte dabei an jene altbayerischen Gebiete, die sich vom Alpenvorland im Inntal in das Gebirge hinein bis zur Zillermündung erstreckten, eben die Bereiche von Kufstein, Rattenberg und Kitzbühel, welche bis 1504 immer zu Bayern gehört hatten. Tirol endete damals an der uralten Zillergrenze.
Maximilian erhielt eine entsprechende Zusicherung von den Herzogen in München, und er beteiligte sich daraufhin mit großem finanziellen Aufwand und unter Einsatz des eigenen Lebens an Kämpfen gegen die Pfälzer Partei. Der von den Wittelsbachern eingesetzte Hauptmann über die Burg und Stadt Kufstein, Hans von Pienzenau, nahm diese Entscheidung zunächst zur Kenntnis, und er übereignete im Juni 1504 die bis dahin bayerische Stadt mitsamt der Festung dem Habsburger Maximilian I. Dafür erhielt der Pienzenauer seine Funktion als Kommandant bestätigt, und er leistete dem König als seinem neuen Herren einen entsprechenden Eid.
Der von den Wittelsbachern eingesetzte Hauptmann über die Burg und Stadt Kufstein, Hans von Pienzenau, nahm diese Entscheidung zunächst zur Kenntnis, und er übereignete im Juni 1504 die bis dahin bayerische Stadt mitsamt der Festung dem Habsburger Maximilian I. Dafür erhielt der Pienzenauer seine Funktion als Kommandant bestätigt, und er leistete dem König als seinem neuen Herren einen entsprechenden Eid. Um gegen mögliche Angriffe der Pfälzer Wittelsbacher besser gewappnet zu sein, hatte Maximilian die Festung sogar noch mit zusätzlichen Geschützen aus dem Innsbrucker Zeughaus verstärkt.
Um gegen mögliche Angriffe der Pfälzer Wittelsbacher besser gewappnet zu sein, hatte Maximilian die Festung mit zusätzlichen Geschützen aus dem Innsbrucker Zeughaus verstärkt. Als dann aber im August ein Pfälzer Heeresaufgebot vor Kufstein erschien, übergab Hans von Pienzenau Stadt und Festung dieser Partei. Ob dabei auch Geld im Spiele war oder ob die besondere Anhänglichkeit des Pienzenauers an die Wittelsbacher und Bayern das Motiv für diesen neuerlichen Parteiwechsel des Hauptmanns bildete, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Kufstein wurde, nun wieder eine bayerische Bastion, abermals mit Proviant und Ausrüstung gut versorgt, böhmische Söldner im Dienste der pfälzisch-wittelsbachischen Partei verstärkten die Besatzung.
Die Pienzenauer selbst waren ein altes bayrisches Adelsgeschlecht. Als Pfleger von Kufstein lösten sie sich mit mehreren Ebbsern ab, die mit den Pienzenauern in Vetternschaft standen. Kufstein wurde, nun wieder als bayerische Bastion, abermals mit Proviant und Ausrüstung gut versorgt, böhmische Söldner im Dienste der pfälzisch-wittelsbachischen Partei verstärkten die Besatzung dazu kamen die neuen Kanonen aus dem Zeughaus in Innsbruck.
In den Augen Maximilian I. von Habsburg stellte der Frontwechsel des Pienzenauers einen ungeheuerlichen Treuebruch dar. Er schwor, den Schlosshauptmann mit dem Leben für diesen Verrat büßen zu lassen. Obwohl das Reichsoberhaupt über genügend Truppen und Artillerie verfügte, stellte die Eroberung dieser stark befestigten Anlage die Belagerer doch vor einige Probleme. Die Stadt Kufstein selbst war von einer sehr hohen und mit Türmen bewehrten Mauer umgeben. Die sich über der Stadt erhebende Festung galt mit ihren Türmen und Rondellen praktisch als uneinnehmbar, zudem war sie bestens mit Geschützen und Munition ausgestattet, welche teilweise von Maximilan selbst aus Insbruck in die Festung gebracht worden war.
Nach Abfeuerung der üblichen drei Warnschüsse (4. Oktober) forderte der König Stadt und Festung zur Übergabe auf, was Pienzenauer im Vertrauen auf die stark armierte Anlage und in der Hoffnung auf Entsatz ablehnte. Die Festung hielt dem Feuer der insgesamt 24 Kanonen stand ohne Schaden zu nehmen. Hans von Pienzenau soll mit einem Besen den Verputz von den Mauern abgekehrt haben, der durch den Beschuss etwas beschädigt worden war. Derart wirkungslos hatten sich die bis dahin eingesetzten Waffen des Königs erwiesen, dass die Majestät damit dem öffentlichen Spott preisgegeben war. Maximilian richtete daher den Beschuss auf die schwächeren Wasserbasteien der Stadtbefestigung, die bald darauf nur mehr ein Trümmerhaufen waren.
Am 12. Oktober ergab sich die Stadt gegen Zusicherung von Leben und Gut dem König, um eine Erstürmung abzuwenden. Der Pienzenauer ließ sich von der Kapitulation der Stadt Kufstein nicht beeindrucken und lehnte das königliche Angebot einer Übergabe der Festung gegen freies Geleit ab. Er glaubte mit seinen rund 50 Mann die Stellung bis zum Eintreffen von Entsatz halten zu können.
Maximilian hatte inzwischen seine schwersten Geschütze aus dem Innsbrucker Zeughaus auf dem Wasserweg über den Inn heranschaffen lassen. Mit dem Purlepauß und dem Weckauf von Österreich, die 100 kg schwere Eisenkugeln verschießen konnten, wollte er der Festung zu Leibe rücken. Die Anlage war mit diesen schweren Geschützen binnen drei Tage sturmreif geschossen. Erst jetzt erklärte sich Hans von Pienzenau unter Zusicherung freien Abzugs zur Übergabe bereit. Diese Forderung lehnte Maximilian jedoch ab, in Hinblick auf den Verrat und den Hochmut des Schlosshauptmanns nach dem Fall der Stadt Kufstein. Das Schloss wurde am 17. Oktober gestürmt, die Besatzung wurde gefangen genommen und in Ketten abgeführt. Am 18. Oktober wurden der Schlosshauptmann sowie 17 seiner Mitkämpfer mit dem Schwert hingerichtet.

Quelle Text und Bilder: Wikipedia

Das Pienzenauerlied / Schlacht v. Kufstein

Nun wollt ihr hören singen
Jetzt und ein neu Gedicht
Von sonderbaren Dingen
Wie es kürzlich ergangen ist
Viel Stücke und Kartaunen
Sah man im Felde stehn
Gen Kufstein wider die Mauern
Ließ man sie all abgehn

Da stand der Pienzenauer
Gebot bei Leib und Leben
Dem König Maximilian
Die Stadt nicht zu ergeben
Mit unseren Stücken und Schlangen
Wollen wir den König taufen
Und wer dazu nicht Manns ist
Der soll im Inn ersaufen

Der König schoss in die Feste
Man trieb mit ihm sein Spott
Kehrt Ziegel und Mauerreste
Mit einem Besen fort
Der König lachte mit Listen
Und gab drei Tage Ruh
Holte heimlich auf dem Innstrom
Sein schwerst Geschütz hinzu

Das erste Stück hieß Burlabaus
Es legt das Schloss in Trümmer
Das zweite der Weckauf von Österreich
Legt Türme und Pfeiler nieder
Der Teufel hat mich betrogen
Er reißt mir die Mauern ein
So sprach der Pienzenauer
Da schlag der Hagel drein
Zwei knaben schickt er zum König
Das Schloss ihm zu ergeben
Laßt frei uns ziehn die Straße
Und fristen Leib und Leben
Der König sprach mitnichten
Ich nehm auch keinen gefangen
Ich werd euch trocken barbieren
Ich werd euch all erlangen

Er schoss eine Bresche in die Mauer
War ich kein redlicher Mann ?
Den Bayer sprach der Pienzenauer
Hab ich kein Schand getan
Er war der allererste
Man führt ihn in den Hof hinein
Leb wohl du schöne Welte !
Man bracht ihm Jaohanniswein

Und achtzehn wurden gerichtet
Die andern blieben stehn
Der Braunschweiger bat den König
Sie lassen in Gnaden gehn
Ich hab einen Eid geschworen
Sprach König Maximilian
Ich lass den nicht ungeschoren
Der für sie Fürbitt getan

Er gab dem Herzog von Braunschweig
Fünfzehn Gefangene frei
Doch er gab ihm auch den Backenstreich
Das sein Schwur erfüllet sei
Das Liedlein hat gesungen
Der selbst in der Feste war
Er ist dem König entsprungen
Seinen Namen darf keiner erfahren.






Peterskirchen


Peterskirchen liegt östlich von Pfarrkirchen am gleichnamigen Bach und war ursprünglich der Sitz der "Edlen von Peterskirchen". Ein "Willihalmus des Petreschirchen" wird um 1140 als Siegelzeuge genannt. Später waren die "Edlen von Grub" die Herren von Peterskirchen. Konrad Gruber (1260), Erasmus Gruber (1400), Hermann Gruber 1491), Wolfgang Gruber (1520). Der letzte „Gruber“ starb 1549. Ein Gemälde des Wappens der "Edlen von Grub" und eine Grabplatte sind in der Pfarrkirche von Peterskirchen zu finden.
1565 ging der Besitz von Peterskirchen durch Kauf an die Pienzenauer über, denen Baumgarten schon seit 1456 gehörte. Friedrich von Pienzenau, Hans Konrad von Pienzenau, Friedrich Christoph von Pienzenau, deren Gedenkplatte aus Marmor ist in der Pfarrkirche zu Peterskirchen zu sehen. Das Schloss in Peterskirchen wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts im Stil der Frührenaissance gebaut. Wahrscheinlich war auch die goldverzierte Ritterrüstung (Nationalmuseum in München), die bis 1904 in der Pfarrkirche stand, von ihm.
1823 wurde das verfallene Schloss von Lorenz Glas erworben. Eine Gedenkplatte in der Kirche erinnert an ihn.
Die weiteren Besitzer waren Anton Glas, Josef Glas, Erik Zimen und Familie Lipinski.Vielen Dank an die Lipinksis für das Überlassen einiger Fotos

Die Kirche St."Peter und Paul" wurde etwa um 1470 von den „Edlen von Grub“ erbaut. 1870 wurde der Turm zur heutigen Höhe umgebaut. Die Grabkapelle der Pienzenauer wurde in der Barockzeit umgebaut. 1878 wurde darin der Antoniusaltar aufgestellt.
Etwa um 1750 kamen aus Höhr im Westerwald die Kannenbäckerfamilien Gelhard, Bock, Mack und Schims, sowie auch die „Pfeifenmacher“ Demont und Unverdorben. Der Graf von Tattenbach hatte die dort arbeitslos gewordenen Töpfer nach Peterskirchen geholt, weil es hier den guten „Steinzeugton“ gab. Vor allem durch diese Salzglasur waren die Töpfereiprodukte von Peterskirchen für Wasserleitungen, Vorratstöpfe, Bierkrüge, Wasserflaschen und Wasserkrüge gut geeignet. Die Waren wurden auf der Donau bis nach Ungarn und weiter sogar bis in die Türkei verschickt.


Fotos: Lipinski


Das Haus der Pienzenauer

Rossbach und Baumgarten

Die Gegend um Roßbach war schon in der Jungsteinzeit besiedelt. So findet man bei Berg, nördlich von Roßbach Hügelgräberaus der Bronzezeit. Südlich von Roßbach wurde eine Wallanlage aus der Hallstadtzeit gefunden. Archäologisch ist dieses Gebiet jedoch kaum erforscht.
Der Name Roßbach kann auf zwei Arten erklärt werden. Einmal, dass die Pferde zum kleinen Luderbach, früher Roßbach genannt, geführt wurden. Eine zweite Erklärung ist, dass in der Gegend Flachs für Leinen angebaut wurde. Im Mittelhochdeutschen finden wir den Ausdruck "roeze, roezzen", also faul werden oder faul machen, damit sich die Fasern lösen. Die flachen Ufer und Tümpel des Kollbach wären gut geeignet gewesen. So könnte aus dem Namen Roezzepah, Roßbach entstanden sein.
Roßbach wird zum ersten Mal im Pago Quinzingove 760, einer Schenkungsurkunde an das Kloster Mondsee genannt. In der Beschreibung des Filusgave oder Vilsgau, später bekannter unter Chunzengowe oder Quinzingau, erscheinen zum Jahre 814 Meginharteshusir oder Mingershausen oder Münchshausen (Münchsdorf) am Radlsbach unter Tassilo II., Rossopah oder Rosspach am rechten Kollbachufer.
Im Jahre 814 gab Abt Landbert diese Güter an den Edelmann Vuoluarno (Wolfer) für seine Ansprüche auf Neussling. Die Edelfrau Hazicha schenkte um 1120 ein Gut zum Kloster St. Nikola. Auch das Kloster Osterhofen erhielt um diese Zeit ein Gut zu Roßbach und vertauschte es im Jahre 1143 gegen die Kirche Chassen an das Hochstift Passau. Ein Purkhart und seine Schwester Diemont gaben um 1136 ihr Gut zum Kloster St. Nikola. Im 13. Jahrhundert besaß "Dietricus de Baumgarten" (Dietrich von Baumgarten) zwei ganze Höfe daselbst, und zwar einen in Ober- und einen in Unterroßbach und eine Mühle an der "Chalba" (Kollbach), die er im Jahre 1248 sämtlich an das Kloster Aldersbach gab. 1321 soll Roßbach im Besitze der Brüder Fridericus und Reichker Siegenheimer gewesen sein. 1350 sind Fridericus und Liebhard Siegenheimer, 1379 Hans Siegenheimer, des Fridericus Sohn belegt. 1393 bis 1413 hat Reinhard Siegenheimer zu Baumgarten Roßbach inne. 1426 wird Magdalena Siegenheimer (Reinhards Tochter) als Besitzerin von Pienzenau zu Hartmannsberg, dem sie nach dem Tode ihres Vaters (1453) alle ihre Forderungen, die sie zum Schlosse Baumgarten und seinen Zugehörungen gegen Herzog Ludwig von Bayern hatte, übergab, genannt.

Am 24. August 1456 gab Herzog Ludwig von Bayern an Friedrich Pienzenau zu Hartmannsberg und an seine Erben mit der Hofmark Baumgarten auch Hofmark und Tafern zu Roßbach samt Fischwasser und Holzmark zu Lehen. Ein Einschnitt ereignete sich am 16. Oktober 1504. An diesem Tag ließ Kaiser Maximilian I. Hans von Pienzenau im Zusammenhang mit dem Landshuter Erbfolgekrieg in Kufstein enthaupten. 1510 war Roßbach ein Pertinenz von Baumgarten. Als Inhaber wird wieder die Familie Pienzenau zu Baumgarten und Asenham genannt.
1551 wurde Roßbach an Hans Christoph von Pienzenau für sich und als Lehenträger seiner Mutter und seiner Geschwister verlehnt.
1559 lieh Albrecht, Herzog von Bayern, Roßbach an Hans Conrad von Pienzenau.
1597 umfasste die Hofmark neben dem Dorf Roßbach die Tafern, eine Mühle, sechs Höfe und 15 Sölden.
1599 lassen sich die Pienzenauer mit Friedrich Christoph und Hans Bernhard ebenfalls auf Roßbach nachweisen, ebenso im Jahre 1602.
1627 ist Friedrich Christoph Pienzenau zu Baumgarten, Peterskirchen und Asenham auf Roßbach bezeugt.

Die Pienzenauer sind seitdem in lückenloser Besitzerfolge bis 1627 auf Roßbach festzustellen. Die Pienzenauer sollen auf dem Bräuberg auch eine Burg oder ein Schloss gebaut haben. Von da aus, erzählten alte Leute, soll ein unterirdischer Gang bis nach Berg geführt haben. Auf dem Bräuberg kann man heute noch Wallanlagen sehen. Ob sie aber von der früheren Burg herrühren ist fraglich.
Nach dem Tod des Friedrich Christoph von Pienzenau 1629, wurde der gesamte Besitz der Familie der Pienzenauer zwischen seiner Schwester, einer verehelichten von Perlaching und seinen drei Töchtern geteilt. Am 4. Juli 1646 bat eine der Töchter, Sabine von Amsham, geb. Freiin von Pienzenau, den Kurfürsten Maximilian um Belehnung mit der Hofmark und Tafern Roßbach für sich und ihre drei Kinder (Adam Franciscus, Maria Catharina und Clara). Sie hatte die Hofmark mit Landesherrlichem Consens con Hans Georg Elsenberg und seiner Gemahlin Genofa, geb. von Perlaching gekauft. Die Bitte zeitigte Erfolg, wie der Lehenrevers des Hofgerichtsadvokaten Georgius Weiß (der von ihr zum Empfang der Lehen bevollmächtigt worden war) über Hofmark, Tafern, Back- und Braustatt, Fischwasser usw. beweist. Es ist also anzunehmen, dass der genannte Hans Georg von Hienheim auf anscheinend nicht überlieferte Art und Weise nach 1629  die Hofmark an sich gebracht hatte und sie 1646 wieder an Sabina von Amsham veräußerte.
1648 ging die Hofmark an den Sohn, Adam Franciscus, über. Die von Amsham sind bis zum Jahre 1696 im Besitz der Hofmark nachweisbar.
1672 wurden aus dem Gericht noch zwei halbe Höfe hinzugekauft.
1699 Carl Franz Freiherr von Lerchenfel
1743 ging die halbe Hofmark über an Adolf  Freiherr von Hörwart auf Hohenburg
1748 Durch Heirat ging der Anteil der von Seiboldsdorfischen Tochter an Johann Nepomuk Anton Freiherr von Berchem über.
1752 Die Teile der Baroneß von Lerchenfeld, kamen 1753 durch Heirat an August Joseph Graf von Gronsfeld. Die Hofmark Roßbach hatte folgende Gewerke: ein Weber, ein Bader, ein Zimmermann, ein Hufschmied, ein Binder, ein Bäcker, zwei Schuhmacher, ein Metzger, ein Wirt.
1800 war die Hofmark in den Händen von August Joseph Gaudenz Graf von Törring-Jettenbach.
1805 Die Hofmark durch Kauf von den Grafen von Töring an Anton Popp, Bürgermeister zu Landshut, übergegangen sei.
Roßbach bestand in der Form eines Patrimonialgerichts II. Klasse bis zum Jahre 1829 weiter.

1855 zählte Roßbach laut einer Beschreibung 35 Häuser und eine Expositurkirche.
1878 zählte das Dorf Roßbach 78 Gebäude, 1 Kirche, 1 Gottesacker, 1 Schule und ein altes Bräuhaus.
1950 zählte die Gemeinde Roßbach 531 Einwohner.

Das Gemeindewappen, das seit 1977 geführt wird, kombiniert zwei für die Geschichte der früheren Gemeinde Roßbach wichtige Herrschaftsträger. Der mit drei goldenen Kugeln belegte Schrägbalken erinnert an die Herren von Pienzenau, die von 1456 bis 1627 als Inhaber der Hofmark Roßbach nachweisbar sind. Die rote gestürzte und eingeschweifte Spitze auf rotem Dreiberg ist das Wappensymbol der Zisterzienserabtei Aldersbach, die im 17. und 18. Jahrhundert die Hofmark Schmiedorf besaß. Damit ist auch die bis 1971 selbstständige Gemeinde Schmiedorf im Gemeindewappen vertreten.

Trostberg

Hans von Pienzenau ist als herzoglicher Pfleger von 1492 bis 1499 in Trostberg eingesetzt. Sein Leitspruch ist auf dem Podest: "Wer die Wahrheit spricht, soll sich nicht ducken, auch nicht vor König und der Obrigkeit" Hans von Pienzenau hatte die belagerte Festung Kufstein erst nach langer, aber aussichtsloser Verteidigung an Kaiser Maximilian I übergeben. Nach einer alten, aber eher unwahrscheinlichen Überlieferung soll der Pienzenauer Tage vor der Kapitulation nicht die Weiße Fahne, sondern das entblöste Hinterteil gezeigt haben. Der Ritter Hans von Pienzenau wurde deswegen enthauptet.

Wikipedia:Konrad Lackerbeck

Anmerkungen:

Pienzenau bei Ebersberg: Der Ort „Pienzenau“ in der Gemeinde Bruck (bei Ebersberg) ist erst zwischen 1950 und 1955 gegründet worden. Er soll an das über Jahrhunderte hier begüterte Geschlecht der Pienzenauer erinnern, das in der Gegend um Ebersberg viel Grundbesitz hatte.

Quelle Text und Bilder: Wikipedia

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